Altes Kloster mit Gnadenkapelle

Geschichte des Klosters

Nach Erwerb des Grundstückes auf der Anhöhe in Lagniewniki im späten 19. Jh. wurde die Klosteranlage durch den Architekten Zaremba entworfen und durch den Baumeister Miarczynski umgesetzt. Bereits am 20. August 1891 konnte Kardinal Dunajewski die St. Josef-Kapelle und einen Teil des Klosterflügels einweihen, wobei die Kapelle die Gebäudeflügel des Klosters miteinander verbindet. Im direkten Nachbardorf Falecki entstand bereits im Jahre 1901 die berühmte Ammoniak-Soda-Fabrik Solvay, in der im Zweiten Weltkriegs auch Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II beschäftigt war.

Gnadenbild des Barmherzigen Jesus

1943 weihte der Krakauer Beichtvater der Schwester Faustina, P. Józef Andrasz SI, das Bild des Barmherzigen Jesus von Adolf Hyła und initiierte die feierliche Andacht zu Ehren der Barmherzigkeit Gottes. Das Bild des Barmherzigen Jesus (von A. Hyła), das in Größe und Form der Nische des Seitenaltars entsprach wurde berühmt für seine Gnaden. Seine Reproduktionen verbreiteten sich in der ganzen Welt, und erfüllen so den Wunsch Jesu, der wünschte, dass das Bild zuerst in der Kapelle und dann auf der ganzen Welt verehrt werde.

 

Kloster wird Heiligtum

Nach dem Krieg entstanden neue Wohnsiedlungen, Verkehrswege und zwei Pfarreien. 1968 wurde die Kapelle auf die Liste der Heiligtümer der Diözese Krakau aufgenommen und 1992 als Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes eingesetzt. Vor dem Eingang zur Kapelle befinden sich links versch. Reliefs mit den prominenten Besuchern des Heiligtums u.a. vom Heiligen Vater Johannes Pauls II., das an seine erste Pilgerfahrt zum Heiligtum erinnert und an anderer Stelle eine Tafel von  Papst Benedikt XVI. In der Kapelle mit dem Gnadenbild finden täglich Gottesdienste und Anbetungen statt. Rechts über dem Eingangsbereich zeigt sich das Sterbezimmer von Schwester Faustina, das durch eine Inschriftentafel gekennzeichnet ist.

Innenraum der Gnadenkapelle

Der Kapelleninnenraum wurde 1891 eingeweiht und ist der Stilphase des Historismus zuzuordnen. Die neugotische Formensprache der Ausstattung orientierte sich an der Gotik des Mittelalters. Die im Mittelpunkt stehenden 3 Altäre zeigen sich in Naturholz mit partiellen Goldabsetzungen. Dazu passend sind im späteren die Kirchenbänke und Wandverkleidungen mit den Schaukästen der Votivgaben entstanden.

Beeindruckend sind auch die farbigen Wandgestaltungen, die in der Zwischenkriegszeit (1934) vom Künstler Gedliczka entworfen und ausgeführt wurden. Man kann diese dem späten Jugendstil oder dem Art deco Stil  (dekorative Kunst) zuordnen.  Auch die Kirchenfenster in der Kapelle und der Vorhalle, ein Werk von Wiktor Ostrzołek, finden stets Beachtung von den Besuchern.

 

Kirchenausstattung und Altäre

Im mittleren Hauptaltar, der von einem unbekannten Bildhauer aus Przemyśl ausgeführt wurde, befindet sich eine Statue der Muttergottes der Barmherzigkeit, der Patronin der Kongregation. In der linken Figurennische wurde die Statue des hl. Stanislaus Kostka (Patron der Ordensjugend) eingestellt- in der rechten Nische die hl. Maria Magdalena (Patronin der Büßerinnen).

Im rechten Seitenaltar befindet sich das Bild des Patrons der Kapelle, also des Hl. Josef mit dem Jesuskind. Dieses Gemälde wurde vom Maler Fr. Krudowski gemalt. Bevor das Bild des Barmherzigen Jesus in den linken Seitenaltar eingebracht wurde, galt diese Darstellung als Hauptbild in der Kirche.

Der linke Seitenaltar ist heute der eigentliche Hauptaltar. Er beinhaltet das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus.  Ursprünglich befand sich in diesem Altar ein Bild mit einer „Herz-Jesu- Darstellung“. Das  jetzige Gemälde des Barmherzigen Jesus wurde im Jahre 1945 durch Adolf Hyla als 2.te Version des Barmherzigen Jesus angefertigt und am Weißen Sonntag, den 16. April 1944 durch Pater Józef Andrasz eingeweiht. Vor der Mensa dieses Altares befinden sich in einem weißen Marmorsarg die Reliquien der hl. Schwester Faustina, ein weiterer Teil ist unter einer Glasscheibe in der Kniebank vor dem Altar eingebracht und dient zur ständigen Verehrung des Altares und der Heiligen.

 

Am 25. bis 28. Mai 2006 besuchte Papst Benedikt XVI Polen und somit die Heimat seines Vorgängers  Johannes Paul II. Neben Warschau führte ihn die Reise zum Marienheiligtum von Jasna Góra, dann nach Wadowice (Geburtsort von Johannes Paul II.) und schließlich nach Krakau in die Bischofsstadt Karol Wojtyła`s. Im Heiligtum zu Krakau besuchte er die Gnaden-kapelle und betete vor dem Bild des Barmherzigen Jesus.