Kapelle in Elsen – Sande

Entstehung der Kapelle

In den Jahren 1992 / 93 erbaute der Paderborner Restaurator Anton Ochsenfarth (*1926  + 2004)  eine Kapelle zu Ehren des Barm herzigen Jesus. Inspiriert wurde er dabei durch seinen religiösen Lebenswandel, einer Wallfahrt nach Medjugorie sowie dem Besuch des Heiligtums in Krakau. Nach Durchführung eines Architektenwettbewerbes mit diversen Entwürfen wurde ein 8- eckiger Baukörper errichtet, der seinen Platz direkt am Nesthauser See im Paderborner Vorort Elsen fand. Nach Fertigstellung des statischen Betongerüstes wurden die Zwischenfelder ausgemauert und mit Bruchsteinen verkleidet. Das Dach wurde mit Blei belegt sowie mit einer gläsernen Kuppel bekrönt. Vor dem malerischen Hintergrund des Sees wirkt die Kapelle manchmal wie ein Diamant.

Über dem Eingang befindet sich ein Steinrelief mit der Darstellung des „verlorenen Sohnes“, das in direkter Verbindung zu dem Thema der Kapelle steht – nämlich der „menschlichen Nächstenliebe“. Es wurde als Kopie eines originalen Steinreliefs aus einer Kirche in Erfurt angefertigt.

Außenbereich mit Skulpturen

In den 5 Nischen der Außenfassade wurden Steinskulpturen eingestellt, die eine  direkte Beziehung zum Thema „Barmherzigkeit“ aufweisen und sich durch menschliche Nächstenliebe ausgezeichnet haben. Im Einzelnen: der Hl. Maximilian Kolbe, die sel. Pauline von Mallinckrodt, der  Dismas (Schächer neben Christi am Kreuz), der sel. Peter Friedhofen und die Hl. Louise von Marrillac. Alle Namen wurden jeweils in die geputzten Rückwände der Nischen eingekratzt. Die Skulpturen wurden von dem Elsener Künstler Edmund Brockmann im Jahre 1992 nach Vorlagen entworfen und in Stein umgesetzt. Sie gehören zu den geistigen Fürsprechern der Kapelle.

 

Innenraum mit Gnadenbild

Im Zentrum des Innenraumes und auf der vorderen Abschlußwand befindet sich ein gemaltes Triptychon. In der Mitte das Gnadenbild des Barmherziger Jesus, das von zwei Gemälden gerahmt wird- links: Jesus als Guter Hirte und rechts: Jesus als barmherziger Retter. Alle drei Gemälde wurden von dem mittlerweile verstorbenen Elsener Künstler Richard Sehrbrock gemalt. Das Gnadenbild des barmherzigen Jesus orientiert sich an der 1.ten Version des Bildes von Albert Hyla, bei dem der Jesus vor dem Landschaftshintergrund des Dorfes in Krakau-Lagniewniki über die blumenreichen Felder geht und mit seinen Strahlen der Barmherzigkeit die Menschheit heilt.

Auf beiden Seiten des Triptychons wurde jeweils ein weiteres Bild angebracht. Links – die „Entkleidung Christi“ vor der Kreuzigung und rechts – die „Annagelung Christi“ auf den Kreuzbalken; beide Bilder ebenfalls von Richard Sehrbrock .Die darüber befindlichen Glasfenster  wurden als schmale Lichtöffnungen vom Düsseldorfer Glasmaler Gerhard Wind entworfen und umgesetzt. Passend dazu das Antependium des Vorstellaltares und die beschnitzten Vorderseiten der Kirchenbänke.

Auf der rechten Chorwand ist ein kunstvolles Reliquiar aus Bronze angebracht, in dem sich eine Monstranz mit Reliquien der Hl. Schwester Faustina und des Sel. Peter Friedhofen befinden. Das Reliquiar wurde vom verstorbenen Pfr. Sander gestiftet, der derzeit oft in der Kapelle Andachten und Eucharistiefeiern abhielt. Darunter ist ein Gemälde der Hl. Schwester Faustina aus Krakau angebracht, das von einem poln. Künstler gemalt wurde. Über den seitlichen Eingangstüren befinden sich 14 Kreuzwegstationen vom Wiedenbrücker Bildhauer Hubert Hartmann, die hier als Kopie angefertigt und farbig gefasst wurden.

 

gemalte Werke der Barmherziglkeit

Im Deckenbereich der Kapelle wurden die 7 leiblichen Werke der Barmherzigkeit  vom Bonner Künstler Laub gemalt. Dazu gehören die Darstellungen: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und Tote bestatten. Alle Gemälde sind unter zeitgenössischen Gesichtspunkten entstanden und unterstreichen dadurch den Charakter der Kapelle im ausgehenden 20. Jahrhundert. Im Bild oben zeigt sich über den 8 Figurenfeldern eine mittige Glaskuppel.  Über der Orgel zeigt sich die größte Einzelszene der bemalten Kuppel. Das barmherzige Werk  „Tote bestatten“ wird von einem anwesenden Engel begleitet. Dazwischen eine abgehängte Madonna, die vom verstorbenen Paderborner Bildhauer Reinold Schulte angefertigt wurde. Die Malereien wurden vor einigen Jahren bereits durch einen Restaurator konserviert.

Über dem Ankleidetisch neben dem Eingang hängt ein neugestaltetes Barm-herzigkeitskreuz. Es zeigt mittig das Anlitz Christi, das von 4 Reliefs des barmherzigen Jesus eingerahmt wird; an den Kreuzende sind 4 weitere Reliefs entgegen dem Uhrzeigersinn angebracht, die den Glauben an Gott in der heutigen Zeit versinnbildlichen sollen, der sich gegen die Strömungen der modernen Zeit durch-setzen soll.

Die Kapelle wird seit ihrer Entstehung von einer Gebetsgemeinschaft unterhalten, die sich jeden Freitag und Sonntag um 15.00 Uhr zum Rosenkranzgebet/ bzw. Gottesdienst versammelt. Die Kapelle besteht seit 1993 und feiert im Februar 2018 ihr 25- jährige Bestehen. Zu diesem Anlaß soll die Broschüre die Gesamtthematik der Göttlichen Barmherzigkeit für die Öffentlichkeit erläutern.