Barmherzigkeit wünscht Nächstenliebe

Inhalte kurz gefasst

Möchte man sich mit dem Thema der Göttlichen Barmherzigkeit beschäftigen, so kommt man an Schwester Faustyna nicht vorbei, der bereits in früher Kindheit erste Kontakte zur Übernatur beschieden wurden. Durch den Ruf Gottes während eines Tanzabend`s beschloss sie unmittelbar danach ins Kloster einzutreten. Nach einigen Zurückweisungen wurde sie schließlich im Kloster der Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit in Warschau aufgenommen und konnte dort ihre Klostergelübde ablegen. Neben ihrer Frömmigkeit und Mystik war ihr Alltag fest geregelt und sie musste überwiegend einfache Arbeiten in der Küche, im Garten oder an der Pforte verrichten. Ihr Lebenswandel wurde im Februar 1931 drastisch verändert, als ihr der Barmherzige Jesus in einer ersten Vision erschien. Dabei erhielt sie den Auftrag von Jesus von ihm ein Bild zu malen mit der Unterschrift „Jesus, ich vertraue auf Dich“. Dieses Bild sollte später weltweite Verbreitung finden und viele Gnaden für die Verehrer dieses Bildes mit sich bringen.

Von dieser Aufgabe überfordert, wandte sich Schwester Faustyna an ihre Beichtväter Prof. Sopocko und Pater Andratz, die ihr schließlich den Maler Eugen Kazimirowski zuführten, der das erste Bild nach ihren Angaben malte. Nach Fertigstellung des Bildes war Faustyna aber sehr unglücklich und musste weinen, da das Bild nicht die Schönheit von Jesus wiedergeben konnte, wie sie ihn gesehen hatte. In weiteren Zwiegesprächen mit Jesus an verschiedenen Orten (Zelle, Kirche, Kloster, etc.) erhielt sie die Anweisungen von ihm neue Kultformen der Barmherzigkeit zu verbreiten. Dazu zählen: Die Verehrung des Gnadenbildes, das Beten des Barm-herzigkeitsrosenkranzes, die Einführung des Barmherzigkeitsfestes nach Ostern, die Vorbereitung dessen durch eine neuntägige Novene, das Innehalten in der Todesstunde des Herrn, sowie die Verkündigung und Verbreitung dieser Botschaften der göttlichen Barmherzigkeit.

Durch ihre schwere Krankheit (u.a. Lungentuberkulose) verstarb Schwester Faustyna bereits mit 33 Jahren. Sie hinterließ ein umfangreiches Tagebuch, dass ihr mystisches Leben mit Jesus gut dokumentiert und Ihre Erfahrungen mit der Übernatur belegt. Sie wurde von Papst Joh. Paul II im Jahre 1993 selig und im Jahre 2000 heiliggesprochen. Ihre Reliquien befinden sich heute in der Gnadenkapelle St. Joseph in einem weißen Sarkophag vor dem Gnadenbild im linken Seitenaltar. Durch regelmäßige Gottesdienste und zahlreiche Besucher aus aller Welt erfreut sich die Kapelle, mit dem das Gnadenbild und den Reliquien einer ständigen Verehrung. Dem Wunsch Jesu nach Werken der Barmherzigkeit entsprechen die 7 leiblichen und 7 geistigen Werke der Barmherzigkeit, die noch heute von der menschliche Nächstenliebe gefordert werden müssen, damit die Menschheit in Frieden und Freiheit zusammenleben kann.

Durch die weltweite Verbreitung dieser Botschaft der Barmherzigkeit Jesu haben sich von Krakau (Polen) ausgehend auf allen Kontinenten diverse Einrichtungen, Häuser oder Kirchen herausgebildet, die sich dieser Mission verbunden fühlen und danach Ihr Leben ausrichten. Auch in Deutschland wurden Zeichen gesetzt. So konnte im Jahre 1992/93 in Elsen- Sande eine „Kapelle zum barmherzigen Jesus“ errichtet werden, die durch eine kl. Gebetsgemeinschaft unterhalten wird und regelmäßig diese Kultformen umsetzt. In Ergänzung zu dieser Kapelle wurde im Jahre 2014 im Paderborner Vorort Marienloh ein weiterer „Bildstock zum barmherzigen Jesus“ errichtet, der das gemalte Gnadenbild durch ein großes hölzernes Schnitzrelief darstellt. Der Bildstock ist öffentlich angelegt und kann wochentags von jedermann besucht werden. Im westfälischen Paderborn wurden im November 2013 als auch im September 2015 Kongresse zur Göttlichen Barmherzigkeit veranstaltet, die durch internationale Gastreferenten bereichert wurden, indem diese Thematik weiter erläutert und vertieft wurde.

Die Verehrung des Heiligsten Herz Jesu ist eine Tradition, die bereits im Mittelalter begründet wurde. Jesus selbst hat davon gesprochen, indem er einen Festtag zur Verehrung seines Herzen wünschte. Bei der Darstellung des Herz-Jesu steht das göttliche Herz im Mittelpunkt, das die Liebe und Verbundenheit zu den Menschen symbolisiert.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, genauer am 22. Februar 1931 wurde die Herz-Jesu-Verehrung wesentlich erweitert. Denn an diesem Abend erschien der damals jungen Schwester Faustyna in ihrer Klosterzelle in Plock der barmherzige Jesus. Er hatte dabei seine rechte Hand zum Segnen erhoben und seine linke zu der oberen Öffnung seines weißen Gewandes geführt. Aus dieser Öffnung (Herz Jesu) strömten rote und blasse Strahlen, die als Symbol der Barmherzigkeit Gottes die Liebe zu den Menschen ausdrücken sollten.

Somit kann man resümierend feststellen, dass die traditionelle Herz-Jesu-Verehrung ihre Fortsetzung durch den barmherzigen Jesus erfuhr, als dieser Schwester Faustyna erschien und ihr auftrug ein Bild von ihm zu malen mit der Unterschrift: „Jesus, ich vertraue auf Dich“. Allen Menschen, die dieses Bild als Gefäß nutzen würden, bekämen dadurch reiche Gnaden.Abschließend und zusammenfassend kann man vielleicht so resümieren:

Gottes Barmherzigkeit ist ein Segen für die ganze Menschheit !