sakrale Eyecatcher

Die Sammlung sakraler Eyecatcher umfasst Skulpturen von Heiligen, deren Kopien sehr unterschiedlich bemalt wurden. Die Ideen zur Neugestaltung basieren auf folgenden Ansätzen:

  • Bemalung in den Farben direkter Vorlagen (Supermann, Mutter Teresa, Mao)
  • Freie Farbfassung (Vergoldung + Versilberung einer Kreuzgruppe)
  • Aufwertung des Erscheinungsbildes durch Ornamente (Josef)
  • Farbliche Gestaltung in Grundtönen des Farbkreises (moderne Madonna)
  • Verdeutlichung des eigenen Martyriums (Margaretha, Liborius)

 

Heiliger Robert als Superman (SE-01)
Der Hl. Robert aus der Klosterkirche in Marienfeld bei Warendorf wurde in den 70er Jahren während einer Restaurierung originalgetreu in Master-Modellpaste abgeformt. Er zeigt ein barockes Gewand mit Goldsäumen, und trägt ein Kirchenmodell sowie einen Bischofsstab. Zur Steigerung der Aufmerksamkeit wurde die Doublette als Blickfang in den Farben des Supermanns gefasst, einer Comic-Figur mit einem der weltweit höchsten Wiedererkennungswerte.

 

 

 

Madonna im Kleid der Mutter Teresa (SE-02) Das Gewand der weltbekannten Ordensschwester aus Kalkutta, Mutter Teresa, die bereits 1979 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, diente als Vorlage für die dekorative Neugestaltung einer Madonna (Doublette). Ihr äußerliches Erkennungszeichen war ein weißes Gewand mit blauen Randstreifen. Mutter Teresa wurde 2016 von Papst  Franziskus heiliggesprochen. Da sie sich in der Zeit ihres Lebens um dunkelhäutige Waisenkinder kümmerte, wurde das Jesuskind schwarz gefasst – aber von ihr abgewandt,  da sie keine Mutter war.

 

 

Kardinal Meisner als Herr der romanischen Kirchen (SE-03)
In der Kirche St. Kunibert zu Köln steht eine große Skulptur von Papst Clemens, der die Tiara trägt, einen Anker hält und den dreistufigen Bischofsstab zeigt. Die Farbfassung wurde uns zur Vorlage für eine ähnliche Bischofsfigur, die in der linken Hand ein Kirchenmodell trägt. Die Gestik der Skulptur erinnerte uns an den dortigen Bischof Kardinal Meißner, der in Köln auch als Herr der romanischen Kirchen gilt.

 

 

Margaretha in den Farben des Drachen-wagens (SE-04)
Die Jungfrau und Märtyrerin Margaretha wurde nach Ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben in ein Gefängnis geworfen und sollte von einem Drachen verschlungen werden. Als dieser erschien, schlug sie ein Kreuzzeichen und wurde dadurch gerettet. In der westlichen Welt gilt der Drache als Ungeheuer – in der fernöstlichen hingegen als Kaisertier, das Frühling, Regen und Wasser verheißt. Heute erinnern daran noch die Drachenwagen in Indonesien mit ihren poppigen Farbigkeiten. Durch die Einheit von Margaretha und Drachenwagen nutzten wir unsere Vorlage für die Neufassung der Skulptur in den Farbigkeiten des Brauchtums in Fernost.

 

Kreuzgruppe in Gold, Silber und Lüster (SE-07)
Eine hölzerne Skulpturengruppe sollte nach der Abformung eine neue Ausdrucksweise erhalten und einer Silberschmiedearbeit ähnlich werden. So wurde der Kruzifixus als Hauptfigur ganz vergoldet und die beiden Assitenzfiguren (Maria und Johannes) komplett versilbert. Zur weiteren Unterscheidung wurde die weibliche Skulptur rot und die männliche Figur blau durch Farblüster abgesetzt.

 

 

 

 

Moderne Madonna in Grundfarben des Farbkreises (SE-08)
Die Darstellung der Madonna ist eines der häufigsten Motive in der christlichen Kirche. Auch das 21. Jahrhundert sucht nach neuen Formen und Ausdrucksweisen. Die von einem Paderborner Bildhauer geschaffene Figurengruppe sollte neben der reinen weißen Stuckfassung auch farbig gestaltet werden und erhielt deshalb aus den drei Grundfarben (blau, rot, gelb) des Farbkreise ihre Neufassung und ihren Blickfang.

 

 

 

Nepomuk als EC

Heiliger Nepomuk besucht Deutschland (SE-09)
Johannes Nepomuk war ein Märtyrer und wurde von König Wenzel wegen der Weigerung zur Brechung des Beichtgeheimnisses verhaftet, gefoltert und von der Prager Karlsbrücke in die Moldau geworfen. Deshalb gilt er seitdem als Patron gegen Wassergefahren. Seine Auferstehung sollte er nun als „Deutscher Nepomuk“ erfahren, indem er in den Grundfarben der Deutschen Flagge bemalt wurde und durch versilberte Haare, als auch vergoldete Hände und Gesicht deutlich als Eyecatcher erkennbar ist. Die normale Bemalung mit schwarzem Unterkleid, weißen Rochett und Hermelinkragen steht daneben.

 

 

 

 

 

 

Heiliger Josef im Gewand von Gustav Klimt (SE-10)
Unsere Skulptur des Hl. Josef stammt wohl aus Spanien und ist nur von geringer Qualität und Schnitzkunst. Deshalb wollten wir durch eine dekorative Bemalung das Aussehen verbessern und interessanter gestalten. Als Vorlage für eine differenzierte Formengestaltung erhielten wir im Werk von Gustav Klimt verschiedene Anregungen, die wir zur Neugestaltung des Gewandes nutzten. Durch die Neubemalung ist eine sehr ansehnliche Skulptur entstanden, die wirklich ins Auge fällt und zum Blickfang geworden ist.

 

 

Gotisches Figurenrelief in Rangfolge (SE-11)
Das Figurenrelief stammt aus dem Paderborner Dom und wurde bei der Restaurierung originalgetreu abgeformt. Zur Umwandlung des Reliefs in einen Eyecatcher wurde eine Rangfolge der Figuren fest-gelegt, wobei die Muttergottes an erster Stelle steht und deshalb auch einen goldenen Hintergrund erhält. Der Papst mit Tiara steht an zweiter Stelle und erhält einen silbernen Hintergrund. Als Letztes bekommt der Bischof an dritter Stelle einen bronzenen Hintergrund. Die Figuren selbst wurden in den drei Grundfarben des Farbkreises gefasst.

 

Heiliger Liborius bekommt Steinleiden (SE-14)
Der Hl. Liborius ist der Schutzpatron Paderborns. Seine Gebeine wurden bereits im 14. Jhd. von Le Mans nach Paderborn überführt, wobei der Legende nach ein Pfau vorausgeflogen sein soll. Der Heilige ist auch Schutzpatron gegen Steinleiden (Gallensteine), weshalb er auf seinem Buch symbolisch drei Steine trägt. Bei der Neugestaltung der Skulptur in expressiven Farben haben wir sein Gesicht grün gefärbt, was auf seine Schmerzen durch Gallensteine hinweisen soll.

 

 

Heilige Maria Magdalena in Rollspritztechnik (SE-34)
Im Neuen Testament wird über Maria Magdalena als Begleiterin von Jesus und als Zeugin der Auferstehung berichtet. Ihr Beiname Magdala verweist auf den See Genezareth im Heiligen Land. Die Skulptur war ursprünglich in Naturholz vorhanden und sollte durch eine neue Farbtechnik gestaltet werden. Dabei verwendeten wir eine sich drehende Lammfellrolle, auf die unter-schiedliche Farben aufbracht wurden. Einige Partien u.a. die Gesichtsinkarnate wurden zuvor abgeklebt und dadurch von den Farben ausgespart.

 

Pieta in Farbigkeit des Vincent van Gogh (SE-35)
Eine neugotische Pieta (1) diente als Grundlage für einen besonderen Blick-fang. Das von dem berühmten Maler Vincent van Gogh kopierte Gemälde „Pieta“  von Eugen Delacroix (3), zählt wohl zu den wenigen, religiösen Bilder seines Gesamtwerkes. Die von ihm entwickelte Strichel-technik inspirierte uns zu dem Versuch, diese Farbentechnik auf die Doublette zu übertragen (4). Das 2. Foto zeigt eine wertvolle Pieta aus der Wiedenbrücker Bildhauerschule, entstanden um 1900, die eine übliche Farbfassung in dieser Zeit dokumentiert.