SACHVERSTÄNDIGENWESEN

Ein Gutachten (Definition) ist ein begründetes Urteil eines Sachverständigen über eine Streit,- oder Zweifelsfrage. Es enthält Darstellungen und Schlussfolgerungen für die Beurteilung eines Geschehens oder Zustands durch einen oder mehrere Sachverständige.

Ein qualifizierter Gutachter soll bei Sachfragen zunächst Tatsachen feststellen und danach zu den Ursachen Schlussfolgerungen ziehen. Ein Gutachten soll vollständig und nachvollziehbar sein und möglichst für einen Nichtfachmann verständlich formuliert sein. Ein Gutachten tritt als verbindliche mündliche oder schriftliche Aussage eines Sachverständigen auf. Die allgemeine Vertrauenswürdigkeit wird in Deutschland durch die öffentliche Bestellung und Vereidigung, sowie die Zertifizierung oder Bestellung durch ein Gericht (gemäß § 404 ZPO) erreicht.

Der Begriff „Gutachten“ ist weder eine geschützte Bezeichnung, noch hat er eine besonders herausgehobene prozessrechtliche Bedeutung. Wenn ein Gerichtssachverständiger seine Expertise abgibt, spricht man von einem Gerichtsgutachten. Legt eine der Prozessparteien eine sachverständige Ausarbeitung vor, wird von einem Privatgutachten oder Parteigutachten gesprochen. Unabhängig von der Bezeichnung handelt es sich dabei prozessrechtlich immer um einen Parteivortrag. Daher sind hierfür auch andere synonymartige Benennungen wie z. B. „Begutachtung“, „Stellungnahme“, „Bericht“, „Auswertung“ o. Ä. grundsätzlich gleichwertig.