Skulpturen Restaurierung

Kirchhundem, Filialkirche Welschen Ennest

a) Judas Thaddäus

Die Skulptur des Hl. Judas Thaddäus stand über einen längeren Zeitraum auf dem Kirchenboden der Gemeinde, dessen Bedachung offensichtlich Schäden und Löcher aufwies. Dadurch konnte über einen längeren Zeitraum Feuchtigkeit eindringen und die Figur und insbesondere die Farbfassung beschädigen. So zeigten sich vor der Konservierung großflächige Abplatzungen und Fehlstellen in der Bemalung; weiterhin war ein starker Anobienbefall an der unteren Plinthe und Teilen der Füße erkennbar. Außerdem waren plastische Teile der Skulptur abgebrochen und fehlend, so ein Teil des Buches und der unteren Plinthe.  Diese wurden in Lindenholz ergänzend geschnitzt und wieder angebracht. Die z.T. lose Farbfassung wurde gefestigt, hinterspritzt und nach den weiteren Kittungen und Grundierungen farbig durch Retuschen eingestimmt und lasierend beigefasst.

b) Aloisius

Auch die Skulptur des Hl. Aloisius stand auf dem beschädigten Kirchenboden. Dadurch wurde die Figur und insbesondere deren Farbfassung beschädigt. So zeigten sich großflächige Abplatzungen und Fehlstellen in der Bemalung. Außerdem war auf der Rückseite ein gr. durchgehender Riß, sowie 2 kl. Risse auf der Vorderseite. Diese wurden in Lindenholz und mit Hanf und Leim geschlossen. Die lose Farbfassung wurde gefestigt und nach weiteren Kittungen und Grundierungen farbig durch Retuschen eingestimmt und lasierend beigefasst.

 

Paderborn, Privat,  Hl. Georg in barocker Schnitzwerkrahmung

Die wohl ursprüngliche barocke Supraporte zeigt ein mittiges Holztafelbild mit der Darstellung des Hl. Georg, dem Drachentöter. Die Rahmung wurde vermutlich in der Nachkriegszeit demontiert und auf einem Dachboden ausgelagert, sodass diese den Witterungen und Klimawechseln ausgesetzt war. Dadurch wurde die hölzerne Rahmung stark in Mitleidenschaft gezogen und teilwesise zerstört.

Nach der Konservierung und Festigung der Altsubstanz wurden nun sichtbare und störende Schädigungen repariert und z.T. ergänzt. Zwischenzeitliche Untersuchungen der Fassung ergaben eine Weiß-Gold Fassung, wobei die figürlichen Bereiche (Putten) in Polierweiß gefasst waren und die geschnitzte Rahmung vollflächig vergoldet war. Nur die Hintergründe der Rahmung waren dunkel/ schwarz abgesetzt. Aufgrund der Untersuchungsbefunde wurde die Fassung rekonstruiert.

 

Paderborn, Privat, Bischof Bonifatius

Die gotische Skulptur des Hl. Bonifatius wurde in den 80-er Jahren in Steinmasse kopiert und seit dieser Zeit im Depot eingelagert. Nach der “Ausmottung” im Jahre 2017 sollte die Skulptur wieder farbig nach Vergleichsbeispielen gefasst und einem geeigneten Standort zugeführt werden.

Auf der Suche nach einer vergleichbaren Farbfassung wurde eine Skulptur in der Kirche zu Fischbach gefunden, die dann als Grundlage für die Neufassung diente. Zuvor mußten noch der Sockel und ein Bischofsstab ergänzt werden, die das Gesamtbild notwendig ergänzen. Der Hl. Bonifatius gilt als Bischof der Deutschen und ist im Dom zu Fulda beigesetzt. Folgende ARbeiten wurden zur Wiederherstellung durchgeführt:

  • Reinigung und Grundierung der Steinoberfläche;
  • lasierende Neufassung mit Temperafarben nach Vorlage Fischbach;
  • Teilvergoldung von Säumen und Applikationen mit Goldpigmenten;
  •  INsgesamter Überzug mit verd. Dammarharz.