Ochsenfarth Paderborn (1870 – 2002)

Im Jahre 1870 entschloß sich der aus dem Eichsfeld in Thüringen stammende Handwerksmeister Christoph Ochsenfarth (1840 – 1921) eine Maler,- und Lackierwerkstatt in Paderborn einzurichten. Er fand dazu in der Hathumarstraße 4 geeignete Werkstatträume von denen er seine Geschäfte betrieb. Um die Jahrhundertwende wurden in dieser Werkstatt spezielle Lackierarbeiten für Kutschwagen, Möbel, Gestühl und Inventar ausgeführt. Bis zum ersten Weltkrieg wurde die Firma zu einem Malergeschäft erweitert.

Als Christoph am 20.10.1921 verstarb übernahm sein Sohn Robert Ochsenfarth d.Ä. (1882 – 1955) den Malerbetrieb. Unter seiner Verantwortung zog die Werkstatt aus der Innenstadt in die verkehrsmäßig günstiger gelegene Bruchstraße (heute Salierstraße) und errichtete dort neben einer ersten kleinen Werkstatt auch ein modernes Geschäftshaus. Dieser Komplex wurde dann zum Ende des II. Weltkrieges am 27.03.1945 völlig zerstört und dadurch auch die weiteren Arbeiten der Firma zunächst sehr eingeschränkt.

Nach den gravierenden Schäden an den Betriebsgebäuden durch die Bomben des II. Weltkrieges, übernahm die dritte Generation mit Anton Ochsenfarth (1926 – 2004) die Geschicke der Firma und sorgte für den Wiederaufbau. Unter dem Leitsatz 

„Historische Werte für die Zukunft bewahren“ 

engagierte er sich für den  Aufbau des Unternehmens, führte zahlreiche Berufssparten zusammen und meisterte die vielschichten Arbeiten in der Denkmalpflege. Neben den handwerklichen Arbeiten von Malern, Tischlern, Bildhauern, Putzern und Stukkateuren sorgte er durch die Anwerbung von Kirchenmalern, Vergoldern und Restauratoren für den Aufbau eines vielseitigen Teams, das den Anforderungen von denkmalpflegerischen Arbeiten gerecht wurde.  

Die Restaurierungsfirma konnte sich dann in den  60,- und 70,- Jahren zunächst im Paderborner Umland und dem angrenzenden Sauerland bewähren, später auch im Ruhrgebiet, Rheinland und Norddeutschen Raum. Ein weiterer und wesentlicher Anteil der Arbeiten bestand in der Restaurierung von  historischen Ausstattungen in Kirchen oder auch öffentlichen Bauten, die sich überwiegend in der Bearbeitung von Altären, Orgeln, Kanzeln, Bildstöcken und Beichtstühlen zeigte, aber auch in der Konservierung von Skulpturen oder Gemälden aus dem Fundus von Museen und Privatleuten. Das bewegliche Mobiliar wurde dabei überwiegend vor Ort abgebaut und in die heimischen Werkstätten transportiert.

Als die vierte Generation mit Robert Ochsenfarth d.J. im Jahre 1978 in die Firma kam, sollte er sich zunächst das nötige Rüstzeug erwerben, um den Betrieb weiterführen zu können. So erfolgte neben der restauratorischen Aus- und Weiterbildung in den Landesdenkmalämter Münster Westfalen und Bonn Rheinland, auch eine kaufmännische Schulung in der Akademie Raesfeld. Nach Übernahme des Betriebes im Jahre 1988 wurde neben dem Ausbau des Hauptstandortes Paderborn auch die Dezentralisierung eingeleitet, da durch die immer weiter entfernten Baustellen auch eine direktere Betreuung notwendig wurde. So konnten innerhalb weniger Jahre  Standorte in Erfurt, Lübeck, Köln und Berlin mit Büros und z.T. Werkstätten eingerichtet werden. 

Das Jahr 1995 wurde zum Höhepunkt der Firmengeschichte, da bis zu diesem Zeitpunkt die geplante Dezentralisierung abgeschlossen war und die Firmengruppe auf ihre 125- jährige Geschichte zurückblicken konnte. An den Standorten in Paderborn, Erfurt, Lübeck, Köln und Berlin wurden derzeit rd. 160 Mitarbeiter beschäftigt. Zu den größeren Projekten der 80,- und 90,- er Jahre zählten u.a. der Kölner Dom, die Burg Dankwaderode in Braunschweig, das Bagno in Burgsteinfurt, der Altenberger Dom, die Bürener Jesuitenkirche und der Hochaltar in der Marktkirche zu Paderborn.