Gutachten, Papenburg – Wandmalereien in Gut Altenkamp

 

Gut Altenkamp ist ein ehem. Gutshof in Papenburg, der am Anfang des 18. Jhd´s vom Architekten Peter Pictorius d.J. um 1736 entworfen und von Anton v. Velen als Bauherr errichtet wurde. Die reiche ausgestaltete Anlage erhielt im vorderen Bereich (Entree) u.a. Architekturmalereien (z.B. Petersplatz in Rom). Die Reste dieser Malereien wurden bei zurückliegenden restauratorischen Untersuchungen z.T. aufgedeckt und sind heute noch in einigen Teilflächen sichtbar. 

Bereits 20 Jahre später, im Jahre 1765, wurde das Gebäude umgebaut und verändert, sodass auch im Entree nun eine stuckierte Rokokodecke eingebaut und alle Wandflächen komplett übermalt wurden. Diese zeigen von figürliche Szenerien vor Landschaftshintergründen, die das höfische Leben der damaligen Besitzer symbolisiert. Dazu zählen diverse Garten,- und Jagdszenen, die auf den vorherigen 3 verputzten Wänden aufgemalt wurden- die Längswand mit Fensterfront wurde eigens mit Leinwänden neu bespannt und angleichend mit höfischen Szenen dekoriert. 

Die Begutachtung der Malereien wurden rein optisch und  abschnittsweise durchgeführt- in den oberen Bereichen mit der zuvor bereitgestellten Stehleiter. Partiell wurden die erreichbaren Putzflächen dann auch auf Hohlstellen abgeklopft. Folgende Schadensbilder ließen sich dabei feststellen:

a) Abplatzungen in der Bemalung

In den unteren Bereichen der Wandmalereien, oberhalb der gemalten Sockelzone ließen sich etwa 10 kl. Schadstellen feststellen, die sich auf mechanische Einwirkungen zurückführen lassen. Dabei ist die Malerei in diesen Bereich entfernt und der untere helle Putzuntergrund sichtbar.

b) Risse im Putzträger

In den gemalten Supraporten (Nr. 3 + 11) über den beiden Türen der Schmalseiten zeigen sich einige durchgehende Risse unterschiedlicher Ausprägung und Länge, die offensichtlich erst in letzter Zeit (?) entstanden sind. Einige davon drohen sich weiter zu öffnen, mit der Gefahr dann aufzubrechen. Zur Erfassung und Lokalisierung der Schäden wurde eine Grundrisszeichnung des Entreebereiches angelegt, in die die einzelnen Wandabschnitte des Raumes (20 WA) eingezeichnet und die Schadstellen kartiert wurden. Dadurch lassen sich Ort und Art der Schäden deutlicher erkennen. (Anlage …… )

c) Oberflächenverschmutzuung

Im Rahmen der Untersuchung wurde an 2 Stellen der Wandmalereien weitergehehende Reinigungsproben mit einen Tapetentrockenschwamm (Wish up) durchgeführt, mit den Ziel der Überprüfung der zwischenzeitlich eingetreteten Verschmutzung. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Malereien seit der letzten Wartung im Jahre 2002 keine wesentliche Oberflächenverschmutzung erfahren habe, was wiederum für die gute Reinigung und Klimatisierung der Räumlichkeiten spricht.