Einführung am Anfang

NACHFOLGE

Es ist durchaus üblich, das Väter eines ihrer Kinder oder gerade den Ältesten zu ihrem Nachfolger in der eigenen Firma wünschen. So war es auch bei uns: 4 Kinder, davon 3 Schwestern und ich der Älteste. Wenn man einen Betrieb übernehmen will oder soll, beginnt man gewöhnlich von der “pike” auf zu lernen. So begann ich mit 20 J. nach dem Abitur eine Lehre in dem Restaurierungsbetrieb meines Vaters, die gleich im 3-er Pack aufgelegt wurde, in der Art, dass mehrere Ausbildungen zum tragen kamen, in diesem Fall: Restaurator, Maler und Kaufmann- sicher ein Vorteil im eigenen Betrieb. Als Nachteile erwiesen sich dann aber doch die “Andersbehandlungen” in vielen Bereichen. Deshalb sollten diese ersten 3 Jahre auch nur der Beginn der Berufslaufbahn sein, eine Weiterbildung in der Fremde wurde notwendig.

RESTAURIERUNG

Bei mir erfolgten die Fortbildungen in den Landesämtern in Münster und Bonn- eine insgesamt gute Erfahrung. Durch die restauratorische Weiterbildung und die Sensibilisierung für Kunstwerke aller Art sowie die Betrachtung derer Herstellungsarten und Techniken, konnte ich zur vertieften Wertschätzung der Kunst- und Kulturobjekte gelangen. Von da aus war es nur ein kleiner Schritt zur Denkmalpflege, die im Grunde genommen als Oberbegriff zur Restaurierung gehört. Da in unserem damaligen Betrieb vorallem größere Projekte wie Sakral,- und Profanbauten im Focus standen mit z.Zt. sehr unterschiedlichen Ausgestaltungen (Epochen) wurde der Zusammenhang zwischen Restaurierung und Denkmalpflege imer deutlicher.

KUNSTSAMMLUNG

Da wir täglich mit Kunstobjekten zu tuen haben, wuchs auch das Verlangen eigene Kunstgüter zu sammeln und zu ergänzen. Dies war die Vorgabe meines Vaters, als er mich zum Nachfolger bestimmte. Bis dato hatte er rd. 500 z.T. ganz verschiedene Objekte gesammelt und katalogisiert, worunter sich vorallem Gemälde und Skulpturen befanden. Dies war mir bekannt, als ich mich mit der Weiterführung der Firma beschäftigte- ein guter Grundstock, dachte ich im Nachhinein und erweiterte diesen in den darauffolgenden Jahren um weitere 300 Objekte. Diese stehen mittlerweile aber auch zum Verkauf, da sich die Menge ansonsten nicht mehr rechtfertigen ließe.

NEUE GESTALTUNG

Auch für Visionen und “verrückte Ideen” mußte bei aller Arbeit in Kunst und Kultur weiter Platz bleiben; so wurden von meinem Vater in den 70-er Jahren erste Ideen umgesetzt, die zu einer Erhaltung von gefährdeten Kunstobjekten führen sollte.  Der Grundgedanke war die Translozierung von originalen und gefärdeten Kunstwerken aus Kirchen in Museen und die Bereitstellung von originalgetreuen Kopien für die zuvor angestammten Plätze. Dieses wurde vom Umfeld dankend angenommen, sodaß auf diese Weise hunderte von Kopien angefertigt und nach adäquater Farbfassung als Ersatz für das gefährdete Objekt wurden. Ein neuer Markt !

Viele Rohgüsse verblieben aber auch in den Depots und verpassten ihre Translozierung an die vorgesehenen Orte. Wie sollte man sie dann sinnvoll weiternutzen ? Andererseits wurden diese im späteren zu wichtigen Grundformen für unsere  Neue Gestaltung. Diese Arbeiten sollten sich nicht mehr an den urspr. Farbigkeiten orientieren, sondern neuzeitlich, expressiv, ungewöhnlich und z.T. mutig dem Publikum stellen- eine gewagte Aufgabe. Ob als Eyecatcher, Neu,- oder Umgestaltung, die Ideen rissen bis heute nicht ab und die Objekte werden bestimmt in Zukunft noch von sich reden lassen. Manche Kritiker haben bis heute nicht verstanden, das es eben KEINE Originale sind die neugefasst wurden, sondern Kopien aus Kunstharz (Master-Modellpaste).

SACHVERSTÄNDIGENWESEN

Durch die jahrelange Erfahrung im Bereich Denkmalpflege und Restaurierung konnte Anton Ochsenfarth sein Wissen bündeln und weiterreichen. So ließ er sich im Bundesverband der Freien Sachverständigen in versch. Aufgabenstellungen einbinden, die auch sein Ansehen als Fachmann steigerten. Wie der Vater- so folgte auch der Sohn dieser Aufgabe und ließ sich später als ö.b.u.v. Gutachter der HWK Bielefeld vereidigen. 

BARMHERZIGKEIT

Wie kommt nun  aber der Bogen zur Religion und dann zu einem Thema, das vielen Menschen noch gar nicht bekannt ist – die Göttliche Barmherzigkeit. Einerseits kann dieser Zusammenhang von der jahrelangen Tätigkeit im kirchlichen Bereich abgeleitet werden- andererseits braucht es aber auch einer Initialzündung. Im Falle meines Vaters war es wohl  das Erleben einer “Wahrheit”, die er durch seine Exkursionen (Lourdes, Medjogorgie) erlebt hatte. Infolgedessen baute er in der Blüte seines Lebens die 1.te Barmherzigkeitskapelle in Paderborn-Sande am Nesthauser See, die bis heute durch einen Vereins regelmäßig unterhalten wird.

Auch ich wurde durch die Thematik der Göttl. Barmherzigkeitter sehr beeinflusst und konnte durch den Besuch des Heiligtums in Krakau einen Sinneswandel erleben, der schließlich zur Errichtung eines kl. Bildstock im Freien führte mit Rückwand, Überdachung, Seitenzaun, Plaster und Kirchenbänken- also ein komplettes Bauvorhaben (2014 -2015). Der Bildstock konnte dann pünktlich zum Barmherzigkeitssonntag im Frühjahr 2015 eingeweiht werden.t.

Einige Jahre später wurden die nachteiligen Seiten des offenen Bildstocks offenbar; so zeigten sich Schäden am Altar, den Bänken und Schnitzreliefs. Dies führte zu dem Entschluß, den Bereich komplett zu überdachen- oder besser gleich ein eigenes Gebäude, also eine neue Kapelle, entstehen zu lassen. Auch hier: wie der Vater so der Sohn. Dabei ging es nicht um ein “Wiederholen” oder “Nachahmen” – nein- hier wurde wirklich aus dem pers. Erleben eine Marschroute festgesetzt, die der “Göttl. Barmherzigkeit” folgen sollte. Nach Abschluß aller Arbeiten wurde für das Gesamte der Begriff “Forum Misericordia” gewählt.