Bildstock des Barmherzigen Jesus in Paderborn-Marienloh

Errichtung des Bildstocks

Von den Ereignissen in Krakau -Lagniewniki beeinflusst, entschied sich auch Robert Ochsenfarth im Jahre 2014 dazu, die Darstellung des Barmherzigen Jesus sichtbar zu verehren und einen kleinen Bildstock auf seinem Grundstück in Paderborn – Marienloh zu errichten.  Nach Errichtung einer passenden Rückwand des Bildstocks wurde der Vorplatz angelegt, mit einem Zeltdach überspannt und mit einem Holzzaun eingesäumt. Anschließend wurde der Altarretabel in Anlehnung an den Gnadenaltar in Krakau von einer Kunsttischlerei gebaut und von Faßmalern bemalt und teilvergoldet.  

 

Gnadenbild des barmherzigen Jesus

Im Gegensatz zu dem gemalten  Gnadenbild in Krakau sollte für den Bildstock ein hölzernes Schnitzrelief entstehenDafür fanden wir den Südtiroler Bildschnitzer Alexander Kostner, der  schießlich ein lebensgroßes Holzrelief herstellte.

Mit einer Größe von 210 cm x 105 cm gehört das Schnitzrelief mit der Darstellung des barmherzigen Jesus nach jetzigem Kenntnisstand zu den größten der Welt. Vorgesehen war zunächst die Doublizierung des Reliefs zur Weitergabe an interessierte Kirchengemeinden. Dieser Gedanke hat sich bisher aber nicht verwirklicht.

 

 

Altarretabel

Für das Schnitzrelief wurde dann ein altarförmiger Retabel nach Vorlage des Originals in Krakau errichtet und holzfarbig gefasst mit partiellen Farbabsetzungen und Vergoldungen. Der Bildstock wurde vor einer farbig gefassten Rückwand aufgebaut, die mantelartig den Altar umfasst und von oben durch ein Zeltdach geschützt wird.

Das Bildprogramm war anfangs noch nicht festgelegt. Bei weiteren Überlegungen ergab sich aber der Gedanke, den Mittelteil des Retabels mit der Hl. Familie (Jesus mit Maria und Joseph) und die seitlichen Tafelbilder mit den Eltern bzw. Unterstützern des Bildstocks zu gestalten.

So entstanden:  links ein Ölgemälde der Muttergottes nach einer Vorlage aus der Kirche in Tschengls (Südtirol), die auf den Hl. Geist als ihren Bräutigam verweist. Im benachbarten Kieferhain in Prad soll es seit Februar 2008 regelmäßige Marienerscheinungen gegeben haben, die einer örtlichen Gebetsgruppe zuteilwurden. Rechts neben dem Gnadenbild zeigt sich der Hl. Josef, der besonders in der örtlichen Kirche in Paderborn- Marienloh als Patron verehrt. Zusammen mit der Muttergottes und dem Barmherzigen Jesus bildet er die Heilige Familie.

 Zwei weitere Gemälde von den Patronen der beiden Unterstützern des Bildstocks befinden sich an den Außenseiten und rahmen das Tryptichon.  links der Hl. Antonius von Padua (Namenspatron von Anton Ochsenfarth) ein portugiesischer Franziskaner, der zu den 36 Kirchenlehrern zählt und als Schutzpatron von Paderborn gilt.  rechts  die Hl. Hildegard von Bingen (Namenspatronin von Hildegard Ochsenfarth) als Benediktinerin und Universalgelehrte der Kirche, die als Vertreterin der Deutschen Mystik im Mittelalter gilt.  Alle vier Gemälde wurden nach Vorlagen durch den Künstler Robert Wieczorek gemalt.

Predella und Mensa

In der Predella befinden sich 3 Glastafeln mit Inschriften, die von der Madonna und Jesus stammen.  Auf der linken Tafel die Aufforderung der Muttergottes (Prad) sich den Sakramenten zuzuwenden: Sorget Euch um Euer Seelenheil und verlasst alle irdischen Schätze, die Euch anhängen. Ich rufe Euch auf, die Sakramente zu leben und zu nützen, solange es noch möglich ist.

Die mittlere Schrifttafel beinhaltet den Auftrag Jesu (Krakau) zum Malen des Gnadenbildes:

Male ein Bild, nachdem was Du siehst, mit der Unterschrift: JESUS ICH  VERTRAUE AUF DICH. Ich wünsche das dieses Bild verehrt wird, zuerst in Eurer Kapelle, dann auf der ganzen Welt. Ich verspreche, dass jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verloren geht. Ich verspreche auch hier schon auf Erden, den Sieg über Feinde, besonders in der Stundes des Todes. Ich werde sie verteidigen wie meine Ehre (TB 47, 48)

Oberhalb der mittleren Schriftfüllung befindet sich hinter einer kl. runden Glasscheibe eine kostbare Medaille der Hl. Schwester Faustyna mit einer Reliquie auf der Rückseite, die durch besondere Beziehungen zu einer Ordensschwester im Paderborner Mutterhaus gewonnen werden konnte.  In der Mitte der Mensa befindet sich ein Gemälde der Hl. Schwester Faustina Kowalska vom polnischen Maler T. Lubaszka aus dem Jahre 1992, dass von Anton Ochsenfarth während seiner Polenreise erstanden wurde. Es ist in einer besonderen Technik mit Sandelungen hergestellt.

Der Bildstock konnte pünktlich zum Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit am 02.04.2015 durch den Paderborner Dechant Benedikt Fischer eingesegnet werden.

Die Göttliche Barmherzigkeit ist eine umfangreiche und komplexe Thematik, die vielen Menschen und Besuchern in ihrer Fülle noch gar nicht so bekannt ist. Viele sehen darin immer noch ein Randthema des christlichen Glaubens. Im Gegensatz dazu kann die Erscheinung von Jesus Christus im Jahre 1931 an die Ordensschwester Faustyna Kowalka in Krakau gar nicht hoch genug eingeordnet werden. Gerade unserem vorletzten Papst Joh. Paul II. war diese Begebenheit so wichtig, dass er mehrfach diesen Gnadenort besuchte und sich als Initiator für den  “Barmherzigkeits-Sonntages” einsetzte, den Jesus von der Menschheit verlangte. Auf dieser Grundlage wurde die “Göttliche Barmherzigkeit” von Krakau ausgehend in die gesamte Welt transportiert.

Bei uns in Deutschland war und ist dieses Wissen und die Verehrung nicht so verbreitet. Dadurch erhielt unsere Heimatstadt Paderborn schon Aufmerksamkeit als 1992 die Barmherzigkeitskapelle in Elsen errichtet und ausgestaltet wurde. Als weiterer Standort kam dann im Jahre 2004 der Bildstock  in Marienloh hinzu. In den nachfolgende Jahren gab es dann weitere Überlegungen für eine Erweiterung des Bildstocks, zumal der errichtete Altarnachbau des Gnadenaltares in Krakau der Witterung ausgesetzt war und sich erste Schäden am Holzwerk, aber auch an den Kirchenbänken zeigten. Auch die vorgesehenen Veranstaltungen (Gottesdienste / Besuchergruppen) waren von der Außen-witterung abhängig, sodass sogar die Eucharistiefeier am Weißen Sonntag öfter ausfallen mußte. So fassten wir den Beschluß zur Erweiterung des Bildstocks zu einer Kapelle und bauten dazu ein Holzmodell, das eine Zielrichtung aufzeigen sollte.

der Altar nach der kompletten Überarbeitung im Frühjahr 2020. Die Hintergründe der Tafelbild wurden umgestaltet. Das zentrale Relief des BH-Jesus dem Original weiter angeglichen. Restliche Arbeiten und Überzüge fehlen noch.

Der Altar nach der kompletten Überarbeitung im Frühjahr 2020. Die Hintergründe der Tafelbild wurden umgestaltet. Das zentrale Relief des BH-Jesus dem Original weiter angeglichen. Restliche Arbeiten und Überzüge fehlen noch.