Krakau, Altes Kloster

Im späten 19. Jh. wurde die Klosteranlage durch den Architekten Zaremba entworfen und durch den Baumeister Miarczynski umgesetzt. Bereits im August 1891 konnte Kardinal Dunajewski die St. Josef-Kapelle und einen Teil des Klosterflügels einweihen, wobei die Kapelle die Gebäudeflügel des Klosters miteinander verbindet.

1943 weihte der Beichtvater von Schwester Faustina, Pater Andrasz, das Bild des Barmherzigen Jesus (Adolf Hyła) ein und initiierte die feierliche Andacht der Barmherzigkeit Gottes. Das Bild und seine Reproduktionen verbreiteten sich in der ganzen Welt. So erfüllte sich der Wunsch Jesu, dass das Bild in der Kapelle und auf der ganzen Welt verehrt werde.

Im Jahre 1968 wurde die Kapelle auf die Liste der Heiligtümer der Diözese Krakau aufgenommen und 1992 als Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes eingesetzt. Vor dem Eingang zur Kapelle befinden sich versch. Reliefs mit den prominenten Besuchern des Heiligtums u.a. von den Päpsten Johannes Paul II.  sowie vom Papst Benedikt XVI. In der Kapelle mit dem Gnadenbild finden täglich Gottesdienste und Anbetungen statt. Rechts über dem Eingangsbereich zeigt sich das Sterbezimmer von Schwester Faustina, das durch eine Inschriftentafel gekennzeichnet ist.

Die Kapelle ist der Stilphase des Historismus zuzuordnen. Die neugotische Formensprache der Ausstattung orientierte sich an der Gotik des Mittelalters. Die im Mittelpunkt stehenden 3 Altäre zeigen sich in Naturholz mit partiellen Goldabsetzungen. Dazu passend sind im späteren die Kirchenbänke und Wandverkleidungen mit den Schaukästen der Votivgaben entstanden.

Beeindruckend sind auch die farbigen Wandgestaltungen, die in der Zwischenkriegszeit (1934) vom Künstler Gedliczka entworfen und ausgeführt wurden. Man kann diese dem späten Jugendstil oder dem Art deco Stil  (dekorative Kunst) zuordnen.  Auch die Kirchenfenster in der Kapelle und der Vorhalle, ein Werk von Wiktor Ostrzołek, finden stets Beachtung von den Besuchern.

Im mittleren Hauptaltar  befindet sich eine Statue der Muttergottes der Barmherzigkeit, der Patronin der Kongregation. Im rechten Seitenaltar befindet sich das Bild des Patrons der Kapelle, also des Hl. Josef mit dem Jesuskind.  Bevor das Bild des Barmherzigen Jesus in den Seitenaltar eingebracht wurde, galt diese Darstellung als Hauptbild in der Kirche.

Der linke Seitenaltar ist heute der eigentliche Hauptaltar. Er beinhaltet das Gnadenbild des Barmherzigen Jesus. Ursprünglich befand sich in diesem Altar ein Bild mit einer „Herz-Jesu- Darstellung“. Das  jetzige Gemälde des Barmherzigen Jesus wurde im Jahre 1945 durch Adolf Hyla als 2.te Version des Barmherzigen Jesus angefertigt und am Weißen Sonntag, den 16. April 1944 durch Pater Józef Andrasz eingeweiht. Vor der Mensa dieses Altares befinden sich in einem weißen Marmorsarg die Reliquien der hl. Schwester Faustina, diese dienen der ständigen Verehrung des Altares und der Heiligen.