Restaurierung von Skulpturen und Reliefs

Die Arbeitsschritte bei der Bearbeitung von Skulpturen ergeben sich aus den restauratorischen Voruntersuchungen. Dabei werden mittels optischer Begutachtungen sichtbare und unterliegende Schäden ermittelt. Weitergehende Untersuchungsschnitte (Stratigraphien) können sinnvoll erscheinen, wenn unterliegende Fassungen vermutet werden. Anschließen können sich dann die konservatorischen Maßnahmen, die zunächst der Substanzerhaltung dienen. Dazu zählen Festigungen von blätternden Malschichten und Reinigung von aufliegenden Verschmutzungen oder biogenem Befall (Mikroorganismen).

Die weitergehende Restaurierung des Objektes, wird meist notwendig, wenn der optische Schauwert durch zahlreiche Beeinträchtigungen stark gemindert ist. Dazu zählen größere Fehlstellen in der Bemalung oder plastische Fehlbereiche. Zu den restauratorischen Maßnahmen zählen dann Kittungen, Ausbesserungen, Ergänzung von fehlenden Teilen sowie Farbarbeiten und Retuschen. Alle Maßnahmen sowie deren Materialien werden, wie vom Auftraggeber gewünscht, in einer Dokumentation festgehalten, die nach Abschluß aller Arbeiten dem Auftraggeber, dem Architekten und der Denkmalbehörde ausgehändigt werden.

Hier einige Beispiele: 

Paderborn, Hl. Georg in barocker Schnitzwerkrahmung

Die wohl ursprüngliche barocke Supraporte zeigt ein mittiges Holztafelbild mit der Darstellung des Hl. Georg, dem Drachentöter. Die Rahmung wurde vermutlich in der Nachkriegszeit demontiert und auf einem Dachboden ausgelagert, sodass diese den Witterungen und Klimawechseln ausgesetzt war. Dadurch wurde die hölzerne Rahmung stark in Mitleidenschaft gezogen und teilwesise zerstört.

Nach der Konservierung und Festigung der Altsubstanz wurden nun sichtbare und störende Schädigungen repariert und z.T. ergänzt. Zwischenzeitliche Untersuchungen der Fassung ergaben eine Weiß-Gold Fassung, wobei die figürlichen Bereiche (Putten) in Polierweiß gefasst waren und die geschnitzte Rahmung vollflächig vergoldet war. Nur die Hintergründe der Rahmung waren dunkel/ schwarz abgesetzt. Aufgrund der Untersuchungsbefunde wurde die Fassung rekonstruiert.

Paderborn, Bischof Bonifatius

Die gotische Skulptur des Hl. Bonifatius wurde in den 80-er Jahren in Steinmasse kopiert und seit dieser Zeit im Depot eingelagert. Nach der “Ausmottung” im Jahre 2017 sollte die Skulptur wieder farbig nach Vergleichsbeispielen gefasst und einem geeigneten Standort zugeführt werden. Auf der Suche nach einer vergleichbaren Farbfassung wurde eine Skulptur in der Kirche zu Fischbach gefunden, die dann als Grundlage für die Neufassung diente. Zuvor mußten noch der Sockel und ein Bischofsstab ergänzt werden, die das Gesamtbild notwendig ergänzen. Der Hl. Bonifatius gilt als Bischof der Deutschen und ist im Dom zu Fulda beigesetzt. Folgende ARbeiten wurden zur Wiederherstellung durchgeführt:

  • Reinigung und Grundierung der Steinoberfläche;
  • lasierende Neufassung mit Temperafarben nach Vorlage Fischbach;
  • Teilvergoldung von Säumen und Applikationen mit Goldpigmenten;
  •  INsgesamter Überzug mit verd. Dammarharz.