Restaurierung zur Wiederherstellung

Die Wiederherstellung eines geschädigten Objektes (von lat. restaurare = wieder-herstellen) geht über die reine Konservierung hinaus bzw. führt weitergehende Arbeiten aus. Diese Arbeiten können sowohl Ausbesserungen (z.B. Kittungen), Farbarbeiten (Retuschen) oder auch ein abschließender Schutzüberzug (Firnis) sein. Hier einige Beispiele:

 

Paderborn, Hl. Georg in barocker Schnitzwerkrahmung

Die wohl ursprüngliche barocke Supraporte zeigt ein mittiges Holztafelbild mit der Darstellung des Hl. Georg, dem Drachentöter. Die Rahmung wurde vermutlich in der Nachkriegszeit demontiert und auf einem Dachboden ausgelagert, sodass diese den Witterungen und Klimawechseln ausgesetzt war. Dadurch wurde die hölzerne Rahmung stark in Mitleidenschaft gezogen und teilwesise zerstört. Nach der Konservierung und Festigung der Altsubstanz wurden nun sichtbare und störende Schädigungen repariert und z.T. ergänzt. Zwischenzeitliche Untersuchungen der Fassung ergaben eine Weiß-Gold Fassung, wobei die figürlichen Bereiche (Putten) in Polierweiß gefasst waren und die geschnitzte Rahmung vollflächig vergoldet war. Nur die Hintergründe der Rahmung waren dunkel/ schwarz abgesetzt. Aufgrund der Untersuchungsbefunde wurde die Fassung rekonstruiert.

Paderborn, Bischof Bonifatius

Die gotische Skulptur des Hl. Bonifatius wurde in den 80-er Jahren in Steinmasse kopiert und seit dieser Zeit im Depot eingelagert. Nach der “Ausmottung” im Jahre 2017 sollte die Skulptur wieder farbig nach Vergleichsbeispielen gefasst und einem geeigneten Standort zugeführt werden. Auf der Suche nach einer vergleichbaren Farbfassung wurde eine Skulptur in der Kirche zu Fischbach gefunden, die dann als Grundlage für die Neufassung diente. Zuvor mußten noch der Sockel und ein Bischofsstab ergänzt werden, die das Gesamtbild notwendig ergänzen. Der Hl. Bonifatius gilt als Bischof der Deutschen und ist im Dom zu Fulda beigesetzt. Folgende Arbeiten wurden zur Wiederherstellung durchgeführt: Reinigung und Grundierung der Steinoberfläche; lasierende Neufassung mit Temperafarben nach Vorlage Fischbach; Teilvergoldung von Säumen und Applikationen mit Goldpigmenten; insgesamter Überzug mit verd. Dammarharz.

Marienloh, Privat, Restaurierung eines Landschaftsgemäldes

Das Landschaftsgemälde trägt den Titel “Fabel von Eiche und Schilfrohr“. Das originale Gemälde stammt von Jules Coignet (1798 – 1860) und wurde im frühen 19. Jhd. gemalt. Das uns vorliegende Gemälde ist eine Kopie dieses Bildes und stammt von Alexandre Calame (1810-1864). Im Vorzustand zeigte das Gemälde einen vergilbten ölhaltigen Firnis, der die Farbtöne stark veränderte und das Gessamterscheinungsbild verdunkelte. Wir entschieden uns zur Abnahme des Firnisses und konnte durch weitere Retuschen und Ausbesserungen das ursprüngliche Erscheinungsbild wiederherstellen.

 

Barockmadonna, Konservierung und Aufarbeitung mit Beseitigung von Schäden