Monatsobjekte : Januar – Februar – März 2022

 

Januar 2022 : Der Turm der blauen Pferde – Franz Marc / Christian Goller

Der “Turm der blauen Pferde” war ein Gemäldes des 1916 im Ersten Welt-krieg gefallenen expressionistischen Malers Franz Marc aus dem Jahr 1913. Es gehörte zu seinen bekanntesten Werken und gilt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ab 1945 als verschollen. Der letzte bekannte Besitzer war Hermann Göringder das Gemälde nach seiner Entfernung aus der Ausstellung „Entartete Kunst“ im Jahr 1937 in München für seine Kunstsammlung vereinnahmte. Das vorliegende Gemälde ist eine Meisterkopie vom dem bekannten Bildfälscher Christian Goller (+), der das verschollene Bild anhand von Recherchen und ausfindig gemachten Fotos rekonstruierte und im linke Bereich des Gemäldes mit einer Landschaft erweiterte- deshalb ist das Gemälde ein absolutes Unikum. Christian Goller war auf dem Höhepunkt seines Schaffens mit den bedeutendsten Fälschern (Kujau , Betracchi, etc.) gleichgestellt. Das großformatige Gemälde von Franz MARC mit den Maßen 200 × 130 cm ist nur noch auf Reproduktionen zu betrachten. Dargestellt ist eine Gruppe von vier frontal übereinander gestaffelten Pferden in blauen Farbtönen mit nach links gewandten Köpfen auf mächtigen, fast lebensgroßen Leibern, die das Bild dominieren.  Am linken Bildrand schließt sich eine abstrahierte Felslandschaft in Gelb-, Braun- und Rottönen an, die von einem orangefarbenen gestreiften Regenbogen auf gelbem Grund überwölbt wird.  Viele Interessierte haben in den letzten Jahren bereits ihr Interesse am Erwerb des Bildes bekundet. Wir möchten das Gemälde einem Museum oder direkt der Öffentlichkeit zugänglich machen – alternativ auch einem potenten Käufer weiterreichen.

 

Februar 2022: Anna Selbdritt – Kopie in Master- Modellpaste, um 1500

Als Anna-Selbdritt bezeichnet in der christlichen Ikonographie eine Darstellung der heiligen Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind. Der Bildtyp gehört zu den Andachtsbildern, die sich im späten Mittelalter und besonders häufig und vielgestaltig herausgebildet haben. Der Ausdruck selbdritt ist ein altes Wort für „Teil einer Dreiergruppe“ oder auch „zu dritt“. Als ältestes bekanntes Bild der Mutter Marias ist die Wandmalerei in der sogenannten Drei-Mütter-Nische aus dem 8. Jahrhundert in der Kirche Santa Maria Antiqua auf dem Forum Romanum in Rom erhalten. Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts gibt es vermehrt Beispiele bildlicher Anna-selbdritt-Darstellungen, wie beispielsweise in der Nikolaikirche von Stralsund. Typisch für diese frühen Bilder ist die im Vergleich zur heiligen Anna verhältnismäßig kleine, mädchenhaft ausgeführte Marienfigur. Ein besonders bekanntes Gemälde ist eine Darstellung Leonardo da Vincis, die zwischen 1500 und 1510 während seines Aufenthaltes in Florenz entstanden ist. Es sind sehr viele Skulpturen, Gemälde und Altarbilder der Anna selbdritt in den Kirchen Europas erhalten. Gelegentlich wurde die Darstellung auch mit dem heiligen Joachim, dem Ehemann Annas, und den beiden Männern, die sie nach dem Tode Joachims zur sogenannten heiligen Sippe erweitert. Mitunter wird auch Emerentia, die Mutter Annas, zur Gestaltung einer Emerentia-selbviert hinzugefügt. Beispiele für diesen Bildtyp gibt es im Mindener und im Limburger Dom. In Dortmund befindet sich ein Gemälde des Meisters von 1473: Heilige Anna Selbdritt mit vielen Heiligen.

 

März 2022: Gotischer Leuchterengel mit Flügeln, originalgetreue Kopie

Engeldarstellungen haben in der christlichen Ikonographie eine lange Tradition. In der Gotik sind sie sehr prachtvoll gekleidet. Mit ihren großen Flügeln und goldigen Gewändern schwingen sie majestätisch in den Lüften oder musizieren. Engel  sind auch  „Boten“ ,eine Gattungsbezeichnung für himmlische Wesen (Geistwesen). Engel sind in den Lehren der monotheistischen Religionen des Judentums, Christentums und Islams Geistwesen in (geflügelter) Menschengestalt, die von Gott erschaffen wurden, diesem untergeordnet sind und als dessen Boten zu den Menschen tätig sind.  Das spirituelle Verständnis von Engeln ist weitgehend der Bibel und dem Koran entnommen. Die Vorstellung eines geistigen Wesens neben dem Hauptgott ist in Vorderasien ein überliefertes Kulturgut. Bildliche Darstellungen zeigen Engel meist als geflügelte Wesen (Cherubim und Seraphine). Manchmal werden auch in polytheistischen Religionen gottgleiche, aber nicht göttliche Wesen, die das Überirdische vermitteln können, mit „Engel“ übersetzt. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter „Engel“ jedoch Boten des einzigen Gottes einer der monotheistischen Anschauungen.