Sammlung Ochsenfarth

Anton Ochsenfarth (* 22.01.1926    + 27.12.2004)

Der Name Anton Ochsenfarth ist sehr eng mit der Entwicklung der traditionsreichen Restaurierungsfirma Ochsenfarth verbunden. Bereits im Jahre 1870 begann sein Großvater Christoph Ochsenfarth (1840 – 1921) mit dem Aufbau eines Handwerksbetriebes, der sich zunächst auf Lackierarbeiten spezialisierte. Sein Sohn Robert Ochsenfarth d. Ä.  (1882 – 1955) weitete die Arbeitspalette aus und führte später auch Malerarbeiten an Gebäuden aus.

Nach den Zerstörungen im II. Weltkrieg oblag es dann Anton Ochsenfarth den Wiederaufbau zu tätigen, aber auch das Leistungsspektrum der Firma zu erweitern. Durch den ständig wachsenden Bedarf und die Notwendigkeiten für eine fundierte Denkmalpflege, erkannte er den neuen Markt für Restaurierungsarbeiten.

So konnte er den Betrieb in den nachfolgenden Jahren (ab 1950 – 1980) stark ausbauen und die denkmalpflegerischen Leistungen erweitern. Bei der Übergabe des Betriebes auf seinen Sohn Robert Ochsenfarth d.J. konnte die Firma an 3 Standorten (Paderborn, Erfurt, Lübeck) über 150 Mitarbeiter beschäftigen und auf prominente Objekte verweisen (u.a. Kölner Dom, Brandenburger Tor, Burg Dankwarderode in Braunschweig, Katharinenkirche Lübeck, etc.)

Anton Ochsenfarth war aber auch Zeit seines Lebens Kunstsammler und Förderer der sakralen Kunst. Im Laufe seines Berufslebens erwarb er zahlreiche Einzelstücke oder Sammlungen von Künstlern.   Außerdem publizierte er zahlreiche Bücher und Monographien, u.a.: Johann Georg Rudolphi, Barockmaler aus Brakel; Hugo Bürger, Metallbildhauer aus Paderborn;* sowie das Paderborner Künstlerlexikon.

Bis zu seinem Tode im Jahre 2004 war der Großteil der Sammlung in einzelnen Depoträumen der  Paderborner Firma in der Salierstraße untergebracht. Zu seiner Sammlung gehörten rd. 450 Exponate, dazu zählen: Gemälde und Tafelbilder sakraler Kunst, Skulpturen und Reliefs aus dem Kunsthandel, Kunstgutdoubletten aus eigener Herstellung, Künstlerentwürfe für Kirchen, Nachlässe von Repke, Mischke und Bürger, sowie diverse Möbelstücke und Inventarien.

Nach Überführung der Sammlung im Jahre 2005 in das neu errichtete Kunstdepot in Marienloh wurde eine Inventarisierung vorgenommen, die das Sammelgebiet von Anton Ochsenfarth verdeutlichen soll. Ab dem Jahre 2015 haben wir damit begonnen Teile der Sammlung aufzubereiten, zu fotographieren und zum Verkauf anzubieten.

Gern möchten wir nun weitere Institutionen (Stadt, Kirche und Museen) kontaktieren und durch diese  Broschüre für einzelne ausgewählte Kunstwerke interessieren. Einige Objekte wurden bereits verkauft – einige Andere sollen zunächst im Privatbesitz verbleiben. In den beigefügten Anlagen haben wir verkürzte Informationen zu den uns bekannten Künstlern zusammengestellt und im Anschluß die Titel, Maße und Vorschläge (VHB- T€) zu den Objekten beziffert.

Anton-Ochsenfarth- Kunstsammlung

 

Robert Ochsenfarth   (* 23.08.1958)

Durch die Familientradition beeinflusst und dem Ruf des Malerhandwerks getreu, begann Robert Ochsenfarth nach seinem Abitur im väterlichen Betrieb mit der Ausbildung zum Maler und Lackierer. Diese wurde erweitert durch ein restauratorisches Grundpraktikum sowie eine Weiterbildung in den Denkmalämtern Münster und Bonn (1981-1985).

Vor der Rückkehr nach Paderborn sollte sich dann noch der Lehrgang mit Prüfung zum Handwerksmeister anschließen. Im Jahre 1988 übernahm er dann, auf Bitten seines Vaters, die Betriebsführung als Geschäftsführer der Ochsenfarth Restaurierungen GmbH.

In den folgenden Jahren konnte die Firma weitere Nebenstellen in Köln und Berlin einrichten und das Betätigungsfeld der Firma erweitern. Dadurch konnten weitere Aufträge ausgeführt werden, die allerdings am Ende nicht mehr zum Erfolg führten. Insbesondere ein Großauftrag im Bundesverkehrsministerium führte im Jahre 2000 durch Differenzen in der Auftragsabwicklung zur Insolvenz der Firma.

Im Jahre 2003 entschloß sich Robert Ochsenfarth dazu, den Außenstandort in Marienloh umzubauen und eine neue kl. Firma zu gründen, die sich schwerpunktmäßig auf die Restaurierung von historischen Ausstattungen, Skulpturen und Gemälde. Nach dem Tod seines Vaters (2004) überführte er dann die väterliche Kunstsammlung  in das neuhergestellte Kunstdepot in Marienloh. Dabei wurden alle Objekte neu inventarisiert und fotografiert.

Durch eigene Ideen und Vorstellungen von Kunstobjekten erweiterte sich die Sammlung. So erwarb er von bekannten Künstlern weitere Gemäldekopien und Lithographien. Einige davon werden heute in dem neuen Ausstellungsraum der Firma präsentiert. Dazu gehören Werke  u.a. von:   Franz Marc „Turm der blauen Pferde“ , August Macke „Paradiesgarten“, Capendonck „zwei Stillleben“, Lucas Cranach „ Portraits“ und Vermeer „Briefleserin am Fenster“, etc.

Ab dem Jahre 2010 wurden die seit über 40 Jahren eingelagerten Kunstharzkopien ausgemottet und farbig neu gestaltet. Dabei wurden allerdings neue Wege gesucht, indem die Skulpturen durch expressive Farbigkeiten zum Hingucker bzw. Eyecatcher umgewandelt wurden. Dadurch entstand eine neue Sammlung von Skulpturen, die nun ein Kontrastprogramm zur väterlichen Sammlung darstellen. Dazu zählen:

* Eyecatcher: Skulpturen und Objekte mit expressiven Farbigkeiten, die als Blickfang und Hingucker; gelten, u.a. der Supermann, Mutter Teresa, Mao Tsdong, Josef von Klimt, Pieta nach van Gogh, Margaretha in Farben des Drachenwagens, Nepomuk in Deutschland, etc.

* Neugestaltete Skulpturen für Sakralräume, als dezente Hingucker; so die verschiedenfarbigen Trinitätsreliefs, das Figurenrondel, diverse Skulpturen und neu entworfene Kreuze.

* Umgestaltete Projekte, die sich zunächst unattraktiv zeigten und entsorgt werden sollten, dann aber durch künstlerische Umgestaltung zur Weiterverwendung gelangten.

 

Robert-Ochsenfarth-Kunstsammlung